Manche Reisen plant man monatelang. Man freut sich auf bestimmte Orte, malt sich aus, wie sie wohl aussehen werden, und hat ganz klare Vorstellungen davon, was die Highlights sein werden. Genauso ging es uns bei unserer dreiwöchigen Europa-Rundreise vom 6. bis 26. Juni.

Blick auf das Matterhorn von der Seilbahn-Station „Trockener Steg“
Der Start in unsere Europa-Rundreise
Natürlich hatten wir eine Route geplant, Hotels gebucht und uns Gedanken gemacht, was wir unterwegs alles erleben wollten. Dass uns diese Reise am Ende aber in vielerlei Hinsicht überraschen würde, hätten wir vorher nicht gedacht.
Eine Erkenntnis kam dabei völlig unerwartet: Eine Europa-Rundreise mit dem eigenen Auto ist nicht automatisch günstiger als ein Roadtrip durch die USA. Obwohl wir mit unserem eigenen Auto unterwegs waren und weder Flüge noch einen Mietwagen bezahlen mussten, lagen unsere Gesamtausgaben am Ende bei rund 6.500 Euro – also genauso viel, wie wir sonst immer für einen dreiwöchigen Roadtrip durch die USA ausgegeben haben. Rechnet man die gesparten Flug- und Mietwagenkosten hinzu, wäre unsere Europa-Rundreise sogar deutlich teurer gewesen. Das hat uns wirklich überrascht.
Rückblickend spielte das Geld allerdings nur noch eine Nebenrolle. Viel wichtiger waren die Erinnerungen, die wir von dieser Reise mit nach Hause genommen haben.
Der erste Blick auf das Matterhorn bei strahlend blauem Himmel. Die Fahrt über den Simplonpass. Laue Sommerabende an der Côte d’Azur. Eine unerwartete Begeisterung für Frankreich. Ein Badeort in Italien, der uns viel besser gefiel als erwartet. Und natürlich fast 6.000 Kilometer, auf denen sich die Landschaft gefühlt jeden Tag komplett veränderte.
Genau diese Vielfalt macht Europa für uns so besonders. Morgens blickt man noch auf schneebedeckte Gipfel, wenige Tage später schlendert man entlang der Promenade in Cannes oder sitzt am Strand von Rimini. Dazwischen liegen beeindruckende Passstraßen, kleine Bergdörfer, mediterrane Seen und einige der bekanntesten Städte Europas.
Unsere Route
Unsere Reise führte uns zunächst für eine Nacht nach Heilbronn. Von dort ging es mit einem Zwischenstopp in Rottweil weiter an den Bodensee, wo wir zwei Nächte in Konstanz verbrachten. Von Konstanz aus machten wir unseren ersten Ausflug in die Schweiz: einen Tagesausflug nach Zürich.

Erster Abend am Bodensee
Anschließend führte uns die Route über Davos und Lugano weiter nach Täsch – dem Ausgangspunkt für unseren Besuch in Zermatt und natürlich das Matterhorn. Danach ging es quer durch die Schweiz bis nach Genf und weiter an die französische Riviera mit Cannes, Monaco und Saint-Tropez.
Der zweite Teil der Reise führte uns nach Italien mit Übernachtungen in Pisa und Rimini. Stopps und Ausflüge brachten uns außerdem nach Imola, San Marino und Maranello.
Anschließend verbrachten wir noch zwei Nächte in Innsbruck, bevor es über den Wilden Kaiser und Bayrischzell weiter nach Passau ging, wo wir ebenfalls zwei Nächte blieben. Von dort aus unternahmen wir noch einen Ausflug nach Bayerisch Eisenstein, bevor wir schließlich die letzten Kilometer unserer Rundreise zurück nach Hause fuhren.
Schon bei der Planung war uns klar, dass diese Route wieder sehr abwechslungsreich werden würde. Was wir allerdings nicht wussten: Manche Orte würden unsere Erwartungen weit übertreffen, während andere sie nicht ganz erfüllen konnten.
Die Schweiz – das Land, auf das wir uns am meisten gefreut haben
Schon lange vor unserer Abreise stand fest, dass die Schweiz einer der Höhepunkte unserer Rundreise werden würde. Spätestens seit unserem Roadtrip durch die Apalachen im Juni 2023, bei dem wir unter anderem über den Blue Ridge Parkway gefahren sind, haben wir eine besondere Leidenschaft für Berge, Passstraßen und Bergseen entwickelt. Verstärkt wurde das schließlich ein Jahr später auf unserer Reise durch die Rocky Mountains. Entsprechend groß war die Vorfreude auf diesen Teil der Reise.
Konstanz und Zürich – Der perfekte Auftakt

Unser Tagesausflug nach Zürich war der perfekte Auftakt für die Schweiz-Etappe unserer Rundreise.
Nach unserem Zwischenstopp in Heilbronn erreichten wir zunächst Konstanz. Die Stadt am Bodensee war für uns der ideale Einstieg in den Urlaub. Von hier aus machten wir einen Tagesausflug nach Zürich, das uns mit seiner Lage am Zürichsee und der gepflegten Altstadt gut gefallen hat.
Zwar konnten wir an diesem einen Tag nicht alles unternehmen, was wir für Zürich geplant hatten. Trotzdem gefielen uns die Stadt und der Zürichsee sehr gut – ein gelungener erster Tag in der Schweiz.
Davos und zwei beeindruckende Viadukte
Am nächsten Tag ging es dann richtig in die Schweiz. Unser Tagesziel war Lugano am Luganer See. Je weiter wir in die Alpen fuhren, desto größer wurde die Vorfreude. Davos konnte unsere Erwartungen allerdings nicht ganz erfüllen. Vielleicht lag das auch daran, dass wir uns von dem bekannten Wintersportort, den man vor allem durch die jährlichen Berichte vom Weltwirtschaftsforum kennt, etwas mehr versprochen hatten. Wirklich enttäuscht waren wir aber nicht, denn unser eigentliches Ziel lag ohnehin weiter südwestlich.

Davos war für uns eher eine Zwischenstation – die eigentlichen Highlights warteten noch weiter südlich.
Auf dem Weg von Davos nach Lugano wartete dann noch ein kleines Highlight auf uns: die beiden bekannten Viadukte der Rhätischen Bahn – der Wiesener Viadukt und der Landwasser-Viadukt.

Schon der Wiesener Viadukt zeigte uns, dass sich auf dieser Strecke nicht nur das Ziel, sondern auch der Weg lohnt.
Gerade solche Zwischenstopps machen für uns den Reiz eines Roadtrips aus. Man fährt nicht einfach nur von einem Ziel zum nächsten, sondern entdeckt unterwegs immer wieder Orte, die man vorher vielleicht gar nicht eingeplant hatte. Beide Bauwerke liegen beeindruckend in der Schweizer Berglandschaft und waren für uns perfekte Fotostopps auf dem Weg durch Graubünden.

Der Landwasserviadukt – dieser Stopp hat sich für uns absolut gelohnt.
Vor allem die Kombination aus den imposanten Viadukten und der umgebenden Alpenkulisse hat uns begeistert. Eigentlich kann man zum Viadukt mit einem Shuttle vom Bahnhof Filisur fahren, das hatten wir aber knapp verpasst. Also sind wir die wenigen hundert Meter zu Fuß gegangen – und haben dabei mit dem Schmittentobel-Viadukt noch einen weiteren entdeckt.
Lugano, Campione und der Simplonpass

Den Abend nutzten wir, um noch die Altstadt direkt am Wasser zu erkunden.
Nach den Eindrücken rund um Davos und den Viadukten führte uns unsere Route weiter Richtung Süden nach Lugano. Hier zeigte die Schweiz noch einmal eine ganz andere Seite.

Lugano überraschte uns mit seiner Mischung aus Schweizer Ordnung, mediterranem Flair und einer beeindruckenden Bergkulisse.
Wir blieben eine Nacht in Lugano und nutzten den Abend, um noch die Altstadt direkt am Wasser zu erkunden. Gerade die Uferpromenade mit Blick auf den See und die umliegenden Berge hat uns sehr gefallen. Hier fühlte sich die Schweiz plötzlich fast schon mediterran an.

Schon am nächsten Morgen wurden wir mit einem Ausblick belohnt, der Lugano noch einmal von einer ganz anderen Seite zeigte.
Am nächsten Morgen ging es zunächst auf den Balcone d’Italia, von wo aus wir einen tollen Blick auf die Region genießen konnten. Anschließend machten wir noch einen Abstecher nach Campione d’Italia, einer kleinen italienischen Enklave mitten in der Schweiz.

Ein kurzer Abstecher nach Campione d’Italia – italienisches Flair mitten in der Schweiz.
Von Campione aus führte uns der Weg zunächst weiter nach Locarno am Lago Maggiore. Das Wetter meinte es dort allerdings nicht besonders gut mit uns, sodass wir nur einen kurzen Zwischenstopp einlegten und die Gelegenheit nutzten, um ein Eis zu essen. Anschließend ging es weiter nach Domodossola. Der eigentliche Höhepunkt des Tages lag jedoch noch vor uns: der Simplonpass.

Die Fahrt über den Simplonpass war für uns weit mehr als nur eine Verbindung nach Täsch – sie wurde selbst zu einem der Höhepunkte unserer Reise.
Je höher wir kamen, desto spektakulärer wurde die Landschaft. Tief eingeschnittene Täler, dichte Wälder und immer wieder grandiose Ausblicke sorgten dafür, dass wir mehrmals anhielten. Die Straße selbst ist hervorragend ausgebaut und lässt sich trotz der vielen Höhenmeter sehr angenehm fahren. Für uns gehört der Simplonpass definitiv zu den schönsten Alpenpässen, die wir bisher gefahren sind.

Das wechselhafte Wetter sorgte immer wieder für eindrucksvolle Lichtstimmungen und machte die Fahrt über den Simplonpass zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Während in einem Tal noch dunkle Wolken hingen, wurden wenige Kilometer weiter ganze Berghänge von der Abendsonne angestrahlt. Genau dieses Spiel aus Licht und Wolken machte die Landschaft noch eindrucksvoller. Obwohl wir ursprünglich nur zügig nach Täsch fahren wollten, wurden aus wenigen geplanten Fotostopps schließlich deutlich mehr.

Die markante Ganterbrücke bildete für uns den eindrucksvollen Abschluss einer der schönsten Passstraßen unserer Europa-Rundreise.
Auch die letzten Kilometer durch das Mattertal bis nach Täsch waren noch einmal sehr beeindruckend. Rückblickend war das ein wirklich toller Tag, an dem wir trotz der vergleichsweise kurzen Strecke deutlich länger unterwegs waren als erwartet. Aber es hatte sich gelohnt.
Das Matterhorn – der Höhepunkt unserer Schweiz-Reise
Schon Monate vor unserer Abreise stand fest: Wenn das Wetter mitspielt, sollte der Besuch am Matterhorn der Höhepunkt unserer gesamten Europareise werden. Am Tag zuvor war das Wetter nicht so schön, es war immer wieder mal stärker bewölkt und regnete ab und an. Doch als wir am nächsten Morgen aus dem Fenster blickten und einen strahlend blauen Himmel sahen, wussten wir sofort: Heute könnte genau dieser Tag werden.
Da Zermatt autofrei ist, mussten wir unser Auto in Täsch stehen lassen. Von dort bringt ein Pendelzug Besucher in wenigen Minuten direkt ins Zentrum des berühmten Bergdorfs. Bereits während der Zugfahrt wurde klar, dass dieser Tag etwas Besonderes werden würde.

In Täsch bezogen wir für zwei Nächte unser Hotel – der perfekte Ausgangspunkt für unseren Besuch am Matterhorn.
Am Bahnhof von Zermatt angekommen, stiegen wir direkt in den Elektrobus um, der Besucher zur Talstation der Seilbahn bringt. Eigentlich hätten wir uns den Ort gern schon jetzt angesehen, aber unser Plan war klar: Erst ganz nach oben – den Spaziergang durch Zermatt wollten wir uns für den Rückweg aufheben.

Von Täsch aus bringt der Shuttle-Zug Besucher in wenigen Minuten ins autofreie Zermatt.
Mit der Seilbahn Richtung Himmel
Von der Talstation ging es zunächst mit der Gondel hinauf zum Furi auf etwa 2000 Meter und anschließend weiter über Trockener Steg auf ca. 3000 Meter. Mit jedem Höhenmeter veränderte sich die Landschaft. Die grünen Wiesen verschwanden langsam, stattdessen dominierten Felsen, Schnee und Eis.
Schon die Aussicht aus der Gondel war spektakulär. Tief unter uns lag Zermatt, eingerahmt von den mächtigen Gipfeln der Walliser Alpen.

Schon während der Seilbahnfahrt eröffneten sich beeindruckende Ausblicke auf Zermatt und die umliegende Bergwelt.
Je näher wir unserem Ziel kamen, desto imposanter wurde die Landschaft. Die letzte Seilbahnetappe führte direkt über Gletscher und schroffe Felsen. Es war kaum zu glauben, wie schnell wir innerhalb weniger Minuten von grünen Almwiesen in eine hochalpine Eiswelt gelangten.

Die letzte Seilbahnetappe führt über Gletscher und Felsen bis zum Matterhorn Glacier Paradise auf 3.883 Metern Höhe.
Fast 4.000 Meter über dem Meer
Nach zwei Umstiegen erreichten wir schließlich das Matterhorn Glacier Paradise auf 3883 Metern Höhe – die höchste mit einer Seilbahn erreichbare Bergstation Europas.
Als sich die Türen der Bergstation öffneten, empfing uns eine völlig andere Welt. Nur wenige Minuten zuvor standen wir noch im grünen Mattertal, jetzt umgaben uns Schnee, Eis und schroffe Felsen. Der kalte Wind erinnerte uns sofort daran, dass wir uns fast 4.000 Meter über dem Meeresspiegel befanden. Trotz Sonnenschein war es hier oben überraschend eisig.
Die Höhe war ebenfalls nicht zu unterschätzen. Bereits nach wenigen Schritten merkten wir, dass die Luft deutlich dünner war als unten im Tal. Man gerät schneller außer Atem und bewegt sich automatisch etwas langsamer – ein Gefühl, an das wir uns erst einmal gewöhnen mussten. Zwar waren wir schon zwei Jahre zuvor in den Rocky Mountains auf einer ähnlichen Höhe. Dieses Mal legten wir den Höhenunterschied von rund 3000 Metern jedoch innerhalb von nur etwa 40 Minuten zurück – wenig Zeit, um sich an die dünne Luft zu gewöhnen.

Mit dem Aufzug geht es von der Bergstation noch ein Stück höher zur Aussichtsplattform.
Von der Seilbahn ging es direkt zum Aufzug, der uns auf die Aussichtsplattform bringen sollte. Wenige Sekunden später öffneten sich die Türen des Aufzugs – und plötzlich lag die gesamte Bergwelt vor uns. Ringsum ragten schneebedeckte Viertausender in den Himmel. Obwohl wir schon viele Berge gesehen hatten, war dieser Ausblick dennoch überwältigend.

Das Matterhorn zeigt sich von seiner eindrucksvollsten Seite – ein Anblick, den wir so schnell nicht vergessen werden.
Nicht nur das Matterhorn beeindruckte uns. Von der Plattform aus reichte der Blick über zahlreiche Viertausender und gewaltige Gletscher. Besonders faszinierend war das Breithorn, dessen schneebedeckter Gipfel fast unwirklich wirkte.

Das Breithorn gehört zu den bekanntesten Viertausendern der Region und wirkt von hier oben zum Greifen nah.
Natürlich durfte auch ein gemeinsames Erinnerungsfoto nicht fehlen. Der kräftige und vor allem eisige Wind machte das gar nicht so einfach – spätestens jetzt wurde uns bewusst, wie rau das Wetter auf fast 4.000 Metern sein kann. So hatten wir das aus den Rocky Mountains gar nicht mehr in Erinnerung.

Dicke Jacken und Mützen waren hier oben Pflicht – trotz strahlendem Sonnenschein.
Wir standen noch eine Weile auf der Aussichtsplattform, machten Fotos und genossen einfach diesen Moment. Rückblickend war das ohne Zweifel der beeindruckendste Augenblick unserer gesamten dreiwöchigen Europareise.
Was man bei einem Besuch des Matterhorns im Juni allerdings nicht unterschätzen sollte, sind die Temperaturen in dieser Höhe. Wir hatten extra eine dicke Winterjacke und sogar eine Mütze eingepackt – und das war auch gut so. Oben am Matterhorn Glacier Paradise lagen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und durch den starken Wind fühlte es sich teilweise wirklich eisig an.
Umso beeindruckender war der Kontrast: Wenige Stunden später waren wir wieder unten in Zermatt, saßen bei Kaffee und Kuchen im Café und genossen die deutlich angenehmere Atmosphäre im Ort. Sogar die dicke Winterjacke war plötzlich viel zu warm. Der vielleicht größte Wetter-Funfact unserer gesamten Reise: Nach diesem Tag brauchten wir für den Rest der drei Wochen tatsächlich nie wieder eine Jacke oder lange Hosen.
Unter der Eiswelt: der Glacier Palace
Nach der spektakulären Aussicht ging es für uns noch in den Glacier Palace. Über einen Aufzug fährt man einige Meter tief in den Gletscher hinein. Dort erwartete uns eine völlig andere Welt: Eistunnel, schimmernde Wände und erneut Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt.

Der Glacier Palace befindet sich mehrere Meter tief im ewigen Eis des Gletschers.
Schon nach den ersten Metern wurde deutlich, wie viel Arbeit in diesem Eispalast steckt. Neben kunstvoll beleuchteten Gängen entdeckten wir zahlreiche Skulpturen, die vollständig aus Eis gefertigt wurden. Und trotz relativ vieler Besucher herrschte dort unten eine fast schon besondere Ruhe.

Detailreiche Eisskulpturen gehören zu den Highlights des Glacier Palace.
Besonders gefallen hat uns die Mischung aus natürlicher Gletscherwelt und den kunstvoll gestalteten Figuren. An manchen Stellen konnte man sogar die unterschiedlichen Eisschichten erkennen, die sich über viele Jahre gebildet haben. Es war schon ein besonderes Gefühl, mitten in einem Gletscher unterwegs zu sein.

Auch typische Schweizer Motive wie Kühe wurden im Glacier Palace aus Eis nachgebildet.
Nach unserem Rundgang zog es uns wieder nach draußen. Bei bestem Wetter wollten wir noch einmal die Aussicht genießen und eigentlich mit Panorama-Blick etwas essen und trinken. Leider war es in dem Café so voll, dass wir darauf verzichtet und schließlich den Rückweg angetreten haben.
Nach dieser unvergesslichen Zeit auf fast 4000 Metern hieß es schließlich Abschied nehmen. Noch einmal genossen wir den Blick auf das Matterhorn, bevor uns die Seilbahn langsam zurück ins Tal brachte. Selbst während der Abfahrt konnten wir uns kaum von dieser faszinierenden Bergkulisse lösen. Daher legten wir auch etwas ausführlichere Stopps bei den Umstiegen ein, um die dortige Umgebung ein bisschen genauer zu betrachten.

Auch auf der Rückfahrt begleitete uns das Matterhorn noch einmal – ein Anblick, der lange in Erinnerung bleibt.
Bummel durch das autofreie Zermatt
Nachdem wir mit der Seilbahn wieder im Tal angekommen waren, fuhren wir mit dem Elektrobus zurück ins Zentrum und ließen uns endlich Zeit, Zermatt in Ruhe zu erkunden. Schon am Morgen hatten wir beschlossen, den Ortsbummel auf den Nachmittag zu verschieben – eine Entscheidung, die sich als genau richtig herausstellte. Nach den Eindrücken auf fast 4000 Metern konnten wir den Tag nun ganz entspannt ausklingen lassen.
Autos sucht man in Zermatt vergeblich. Stattdessen prägen kleine Elektrofahrzeuge, Pferdekutschen und gemütliche Gassen das Ortsbild. Zwischen traditionellen Holzhäusern und modernen Hotels herrschte eine angenehme Atmosphäre, obwohl viele Besucher unterwegs waren.

In Zermatt ersetzen kleine Elektrofahrzeuge den Autoverkehr – das Matterhorn ist dabei fast überall sichtbar.
Immer wieder öffneten sich zwischen den Häusern kleine Sichtachsen auf das Matterhorn. Egal, in welche Richtung wir liefen – der markante Gipfel war fast ständig präsent und erinnerte uns daran, warum Zermatt zu den bekanntesten Bergorten der Alpen gehört.
Natürlich durfte auch eine Pause nicht fehlen. Wir setzten uns in ein Café, gönnten uns Kaffee und Kuchen und ließen den Tag noch einmal Revue passieren. Nach den eisigen Temperaturen und dem kräftigen Wind auf dem Matterhorn Glacier Paradise fühlten sich die frühlingshaften Temperaturen im Ort fast schon sommerlich an.

Die Bahnhofstraße ist das lebendige Zentrum von Zermatt und lädt zum entspannten Bummeln ein.
Am späten Nachmittag fuhren wir schließlich mit dem Shuttle-Zug zurück nach Täsch. Noch lange sprachen wir über diesen Tag, denn schon jetzt war uns klar: Der Ausflug zum Matterhorn würde nicht nur das Highlight unserer Schweiz-Etappe bleiben, sondern zu einem der schönsten Reiseerlebnisse überhaupt gehören. Wir konnten es auch kaum fassen, wie viel Glück wir mit dem Wetter hatten: Es hätte nicht besser sein können.
Über Blatten und Montreux nach Genf
Nach unserem wunderschönen Tag rund um das Matterhorn hieß es langsam Abschied nehmen von den Schweizer Alpen. Ganz verlassen wollten wir die Schweiz aber noch nicht, denn auch die letzte Etappe hatte noch einige besondere Momente zu bieten.

Noch einmal genießen wir den Blick ins Mattertal, bevor unsere Reise weiter über Blatten und Montreux nach Genf führt.
Auf dem Weg Richtung Genf machten wir noch einen Stopp in Blatten. Der kleine Ort im Lötschental war uns vor allem durch die Berichte über den Bergsturz bekannt. Da unsere Route ohnehin in diese Richtung führte, wollten wir uns selbst einen Eindruck von der Gegend machen.

Der Bergsturz von Blatten hinterließ eine gewaltige Spur der Zerstörung. Wenige Tage nach dem Unglück machten wir auf dem Weg nach Genf hier Halt.
Anschließend ging es weiter Richtung Genfer See nach Montreux. Die Lage direkt am Wasser, die umliegenden Berge und die entspannte Atmosphäre am Seeufer zeigten noch einmal eine ganz andere Seite der Schweiz. Nach den vielen alpinen Eindrücken der vergangenen Tage war der Wechsel von den Bergen hin zum See ein schöner Kontrast.

Die Weinberge von Lavaux gehören zum UNESCO-Welterbe. Von hier aus bietet sich ein traumhafter Blick auf den Genfersee und die vorbeifahrenden Züge.
Unser nächster Stopp war schließlich Genf, wo wir eine Nacht verbrachten. Da Genf zu dieser Zeit bereits stark von den Sicherheitsmaßnahmen rund um den bevorstehenden G7-Gipfel im nahe gelegenen Évian geprägt war, waren viele Bereiche eingeschränkt oder nicht so zugänglich, wie wir es uns gewünscht hätten.
Trotzdem wollten wir uns natürlich einen eigenen Eindruck von Genf machen und nutzten die verfügbare Zeit, um zumindest die Innenstadt rund um den Genfer See zu erkunden. Besonders der berühmte Jet d’Eau durfte dabei natürlich nicht fehlen – eines der Wahrzeichen der Stadt und ein Motiv, das wir unbedingt fotografieren wollten.

Der Jet d’Eau ist das Wahrzeichen von Genf. Mit einer Fontänenhöhe von bis zu 140 Metern gehört er zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Schweiz.
Durch die besonderen Umstände konnten wir Genf sicherlich nicht so erleben, wie es unter normalen Bedingungen möglich gewesen wäre. Dennoch konnten wir uns einen kurzen Eindruck von der Stadt verschaffen. Von dort war sogar der schneebedeckte Mont Blanc zu sehen, der in der Abendsonne eine fantastische Kulisse bildete.
Unser Fazit zur Schweiz
Auch wenn Genf uns dieses Mal nicht seine schönste Seite zeigen konnte, war die Stadt ein gelungener Abschluss unserer Schweiz-Etappe. Die Mischung aus Bergen, Seen, beeindruckenden Straßen und ganz unterschiedlichen Landschaften hat genau das erfüllt, was wir uns von der Schweiz erhofft hatten – und teilweise sogar noch mehr.
Mit der Schweiz endet der erste Teil unserer Europa-Rundreise. Im zweiten Teil nehmen wir euch mit an die Côte d’Azur, nach Monaco, Saint-Tropez und weiter nach Italien – wo uns die vielleicht größte Überraschung der gesamten Reise erwartet hat.